Wie funktioniert Linux? Was passiert eigentlich in einem Netzwerk? Und wie wird aus ein paar Befehlen und ersten Zeilen Code ein eigenes Projekt? Vom 3. bis 7. August konnten zehn technikinteressierte Teilnehmende beim fünftägigen Linux.Camp bei SerNet genau das herausfinden – durch Ausprobieren, Tüfteln, Programmieren und gemeinsames Problemlösen.
Begleitet wurden sie von den Auszubildenden Janik Frese und Lätizia Braun sowie den Ausbildern Jonas Reineke und Alexander Otte. Gemeinsam gestalteten sie eine abwechslungsreiche Woche, in der technische Grundlagen und praktische Anwendungen eng zusammengehörten. Im Sommer 2027 soll es die nächste Auflage geben.
Vom eigenen Netzwerk zur IT-Sicherheit
Von Anfang an stand die Praxis im Mittelpunkt. Mit Raspberry Pis, virtuellen Maschinen und der Linux-Konsole machten sich die Teilnehmenden Schritt für Schritt mit verschiedenen Bereichen der IT vertraut. Sie lernten wichtige Linux-Befehle kennen, griffen per SSH auf Systeme zu und beschäftigten sich mit Dateien, Verzeichnissen und Berechtigungen. Was zunächst noch abstrakt klang, ließ sich so direkt am eigenen System ausprobieren und nachvollziehen.
Auch das Thema Netzwerke wurde praktisch angegangen. Was sind IP- und MAC-Adressen? Wozu braucht es ein Gateway oder einen Nameserver? Und wie finden Computer überhaupt zueinander?
Um diese Fragen nicht nur theoretisch zu beantworten, baute die Gruppe ein eigenes Netzwerk auf und konfigurierte es selbst. Mit Wireshark konnten die Teilnehmenden anschließend den Datenverkehr genauer unter die Lupe nehmen und beobachten, welche Informationen innerhalb eines Netzwerks übertragen werden.
Von dort war es nur ein kleiner Schritt zur IT-Sicherheit. Malware, typische Angriffswege, Verschlüsselung und geeignete Schutzmaßnahmen zeigten, warum Cybersecurity nicht nur ein Thema für Unternehmen und IT-Profis ist, sondern im digitalen Alltag eine wichtige Rolle spielt.
Kreativ wurde es bei der Webentwicklung und beim Programmieren. Die Teilnehmenden gestalteten eigene Webseiten mit HTML und lernten dabei unter anderem den Apache-Webserver und Nextcloud kennen. Ein selbst geschriebenes Backup-Skript zeigte außerdem, wie sich mit wenigen Zeilen Code wiederkehrende Aufgaben automatisieren lassen. Und auch Hardware und Software kamen zusammen: Mit dem Raspberry Pi wurde eine LED-Leiste angesteuert.
Beim freien Programmieren war schließlich Platz für eigene Ideen. Dabei musste nicht für jede Aufgabe sofort die perfekte Lösung feststehen. Ausprobieren, Fehler entdecken, gemeinsam überlegen und einen neuen Ansatz finden gehörten ausdrücklich zum Konzept.
Wissen teilen und Erfahrungen sammeln
Nicht nur für die Teilnehmenden bot das Linux.Camp Gelegenheit, Neues zu lernen. Auch Janik Frese und Lätizia Braun konnten ihr eigenes Wissen weitergeben und Erfahrungen in der Begleitung der Gruppe sammeln. Gemeinsam mit ihren Ausbildern unterstützten sie die Teilnehmenden bei Projekten, halfen bei Fragen weiter und begleiteten sie durch die verschiedenen Themen der Woche.
Genau das macht das Linux.Camp aus: Technik wird nicht nur erklärt, sondern selbst erlebt. Innerhalb von fünf Tagen erhielten die zehn Teilnehmenden Einblicke in ganz unterschiedliche Bereiche der IT und konnten herausfinden, was sie besonders interessiert.
Am Ende blieben deshalb nicht nur selbst erstellte Webseiten, konfigurierte Netzwerke, Skripte und Raspberry-Pi-Projekte. Vor allem nahm die Gruppe viele neue Erfahrungen mit – und hoffentlich auch die Lust, weiter auszuprobieren und Technik selbst zu entdecken.
Nach dem Linux.Camp ist vor dem Linux.Camp
Auch nach diesen fünf Tagen ist noch lange nicht Schluss: Die Erfahrungen und das Feedback aus dem diesjährigen Linux.Camp fließen direkt in die Planung für 2027 ein. Ziel bleibt es, jungen Menschen einen praxisnahen Einblick in Linux, Open Source, Netzwerke und IT-Sicherheit zu geben.
Wer beim Linux.Camp 2027 dabei sein möchte, kann sich schon jetzt vormerken lassen – Infos direkt unter linux.camp.