"Future is very bright!"
So steht es auf der vorletzten Folie in Steve Frenchs letztem Vortrag auf der sambaXP. Er hatte ihn im April zu Hause aufgenommen, weil seine Krankheit die Reise nach Göttingen bereits verhinderte.
Am 21. August 2026 ist Steve gestorben – nur wenige Tage nachdem er die Betreuung des SMB-Clients im Linux-Kernel gesundheitsbedingt abgegeben hatte. Wer jemals eine SMB-Freigabe unter Linux eingebunden hat, hat cifs.ko genutzt. Steve hat dieses Modul geschrieben und über zwanzig Jahre lang gepflegt.
Als wir bei der SerNet GmbH 2002 die sambaXP ins Leben riefen, wollten wir das Samba-Team und die Entwickler-Community einmal im Jahr an einen Tisch bringen. Steve war von der ersten Ausgabe an dabei und seitdem bei jeder einzelnen davon. 25 von 25. Nicht immer persönlich vor Ort; es gab Jahre mit Online-Schaltungen, und dieses Jahr reichte die Kraft nicht mehr. Aber es gab kein Jahr ohne einen Beitrag von Steve, meistens waren es sogar mehrere.
Er war eine der Personen, die die Konferenz zu dem gemacht haben, was sie heute ist. Er blieb für Fragen. Für die tiefgehenden Gespräche danach. Und er nahm sich für die Einsteiger genauso viel Zeit wie für hitzige Protokoll-Debatten mit anderen Maintainern.
Besonders eng war unsere Zusammenarbeit in den letzten Jahren bei den SMB 3.1.1 POSIX-Extensions. Jahrelang stellte Steve auf der sambaXP die Client-Seite vor, während die Server-Seite ihren eigenen Programmpunkt hatte. Dieses Jahr konnte er endlich vermelden: Projekt abgeschlossen, einsatzbereit in Linux und Samba.
Typisch Steve, auch in diesem Jahr: Der Status des Codes, untermauert mit harten Benchmarks für jede einzelne Behauptung. 582 Changesets in cifs.ko innerhalb von zwölf Monaten – mehr als bei jedem anderen Netzwerkdateisystem im Kernel. Directory Leases, die ein wiederholtes “ls” auf null Roundtrips reduzieren, direkt belegt mit Vorher-Nachher-Screenshots. Und im Anschluss die Roadmap für die Zukunft. Denn bei Steve gab es immer ein “Als Nächstes”.
Was sich durch all seine Präsentationen zog, war seine Wertschätzung für andere. Er nannte bei fast jeder Verbesserung den Namen des jeweiligen Entwicklers. Über die Hälfte seiner Folien bereiteten anderen die Bühne und er sagte Danke.
In den Nachrufen zeichnet sich überall dasselbe Bild ab. Entwickler erzählen von ihrem ersten Patch, den er gemerged hat. Ehemalige IBM-Kollegen erinnern sich, wie er sich Zeit für sie nahm, als sie noch ganz am Anfang standen. Ingenieure berichten, dass man an seinem Büro nie vorbeigehen konnte, ohne in ein echtes, tiefes Gespräch verwickelt zu werden. Brillant war er, schreiben viele. Und im selben Atemzug: warmherzig, bescheiden und großzügig.
Wir möchten Steve ehren, indem wir uns seinen letzten Vortrag noch einmal ansehen:
youtu.be/1QSQEksusAg
Er hat diese letzte Folie eingebaut im Wissen, dass er selbst die Reise nicht mehr antreten konnte. Er wird uns fehlen.
Mach’s gut, Steve.